Psychogene Aphonie - eine Selbstheilungsgeschichte
Verfasserin: Gabi Kitzing (Heilpraktikerin), Längsbachstr. 5, 56766 Berenbach,
Tel.: 02676 - 952 537
Informationen zum Krankheitsbild: Eine psychogene Aphonie kann ausgelöst werden durch schwere seelische Belastungen, Schock oder Schreck und manifestiert sich als Tonlosigkeit der Stimme oder Schonstimme. Eine Behandlung ist normalerweise langwierig und teilweise auch belastend für die Patienten. Empfohlen werden Logopädie mit Stimmübungen und Atemübungen, Entspannungsübungen und Psychotherapie. (Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 255. Auflage, de Gruyter Berlin New York 1986)
In diesem Beitrag berichte ich über die Heilung der Patientin Frau P. mit dem o.g. Krankheitsbild. Eine Heilung, die von Frau P. mehr und mehr in ihre eigenen Hände genommen wurde, indem sie die Anstösse, die während der Behandlung gegeben wurden annahm, sie zu Hause anwendete und praktizierte und weiter entwickelte. Der Beobachtungszeitraum ist ca. 5 Jahre. Frau P. hat in diesem Zeitraum eine durchgreifende Veränderung im Sinne von allgemeiner Gesundung erreicht. Sie kann sich nunmehr in jeder Lebenssituation stimmlich zum Ausdruck bringen, hat ihre Sprachlosigkeit hinter sich gelassen.
Während der Behandlung kamen zur Anwendung: Klang (Herzenston), Form (Dodekaeder, Behandlung im Dodekaeder = Dodeka-Balancing), Visualisierungen (eigene innere Bilder), Energieübertragung und -lenkung durch Handauflegen, Craniosacraler Therapie, Homöopathie.
Als Frau P., damals 37 Jahre alt, zum ersten Mal zur Behandlung kam, konnte sie nicht sprechen, den Termin hatte sie nicht selbst telefonisch ausmachen können. Sie war sehr schwach, nahm mich kaum wahr. Die 200km von ihrem Wohnort zu mir in die Eifel war sie gebracht worden.
Sie war so schwach, daß sie viel liegen mußte. Es war ihr schwer möglich, ihren Alltag als Hausfrau und Mutter eines 12-jährigen Sohnes zu bewältigen. Sie war auf Hilfe angewiesen. Selbst die Spaziergänge mit ihrem Hund, normalerweise ein Lebenselixier für sie, waren ihr nicht möglich.
Die Vorgeschichte
Die unmittelbare Vorgeschichte und die "Highlights" ihrer sonstigen Krankengeschichte hatte sie schriftlich niedergelegt bzw. später mündlich mitgeteilt. Sie litt seit Jahren unter Migräne und hatte eine Verantwortung für die Männer der Familie, Ehemann, Sohn und Vater übernommen, die sich im Laufe der Jahre immer mehr verstärkt und einen zwanghaften Charakter angenommen hatte. Weitere Zwänge zeigten sich im mehr als perfektionistischen Sauberhalten ihres Hauses und ihres Autos. Auch ihre äußere Erscheinung war perfekt durchgestylt. Sie verlangte von sich selbst, perfekt zu sein, allen Anforderungen zu genügen und gerecht zu werden, "1000%ig zu funktionieren", überschritt dabei ständig ihre Grenzen und nahm Kreislaufmittel ein, um ihre Arbeiten erledigen zu können, wenn sie sich schwach fühlte. Sie fühlte sich unwohl in größeren Menschengruppen. Ein Eigenleben existierte nur in geringem Umfang, wurde sofort "gecancelt", wenn Anforderungen von außen kamen. Eine Psychotherapie hatte einige Auslöser für ihr Kranksein aufgedeckt. Sie hatte sich erinnert an die Verletzungen ihrer Kindheit, aber es war nicht möglich gewesen, diese Verletzungen auch zu heilen. Das wirkte sich nachteilig aus, ihr körperlicher und seelischer Zustand hatte sich weiter verschlechtert , ihr Gewicht war abgesunken auf 40 kg bei einer Größe von 1,68 m. Sie litt unter nächtlichen Angstzuständen mit Todesangst und Halluzinationen.
Die Tonlosigkeit der Stimme hatte sich nach der antibiotischen Behandlung einer Nierenbeckenentzündung manifestiert. Unter der Einnahme des Antibiotikums stellte sich das Gefühl ein, als lösten sich Speiseröhre und Kehlkopf auf und ihr Allgemeinzustand verschlechterte sich rapide ."Es war wie ein Verfall."
Der behandelnde Facharzt hatte ihr wenig Hoffnung auf Heilung gemacht. Befund vom 20.11.06: geröteter, geschwollener Kehlkopf, verätzt durch aufsteigende Magensäure; Speiseröhre ebenfalls durch Magensäure angegriffen. Er diagnostizierte zusätzlich eine psychogene Aphonie wegen traumatisierender Kindheitserlebnisse. Seiner Erfahrung nach sei dieses Krankheitsbild sehr schwer zu behandeln und nur selten heilbar. Er empfahl eine Magenspiegelung zur Abklärung des Refluxes, die Frau P. nicht durchführen wollte, um sich nicht noch zusätzlich zu belasten. Ihr Hausarzt hatte eine Ernährungsumstellung empfohlen.
Der Selbstheilungsverlauf
Die erste Behandlung Anfang Dezember 2006 hatte zum Ziel, sie energetisch aufzuladen, ihre Lebensenergie zu stärken. Dazu begab sie sich ca. 1 Stunde lang in das Energiefeld des Dodekaeders. Ich begleitete sie dabei mit dem Herzenston, indem ich einfache zu Herzen gehende Melodien summte - zeitweise - so lange und so oft es mir angebracht erschien, um ihr nur soviel Energie zu geben wie sie auch verkraften konnte. Im Anschluß an die 1. Behandlung hatte sie etwas Kraft und etwas Stimme. Sie erhielt keinerlei Medikamente.
Die nächste Behandlung unter dem 'Dodekaeder fand 14 Tage später statt, am 17.12.2006. Sie meldete sich selbst (!) telefonisch an. Sie hatte wieder leichte Beschwerden im Blasenbereich. Nach 1 Stunde fühlte sich die Blase gut an, Stimme und Allgemeinbefinden kräftiger. Kurze Zeit nach der Behandlung, noch in der Praxis, baute sich ein sehr heftiger Migräneanfall auf. Ausgelöst durch Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgefühle. Die Nacken- und Kiefermuskulatur war völlig verspannt. Sie erhielt noch eine cranio-sacral Behandlung und eine homöopathische Arznei (Staphisagiria C 30), womit sie transportfähig wurde. Der Anfall klang bis zum nächsten Morgen ab. Sie konnte nun zeitweise sprechen, hatte mehr Kraft und "schaffte auch die weihnachtlichen Familienfeiern". Eine erste Hürde war genommen.
Es folgten etliche telefonische Konsultationen (!), während derer sie mit meiner Unterstützung ihre eigenen inneren Bilder visualisierte, Bilder, die ganz entscheidend beitrugen zu ihrem Gesundungsprozeß.
Die inneren Bilder Von ihren inneren Bildern möchte ich zwei hier beschreiben, sie sind von besonderer Wichtigkeit für Frau P. und tauchen im Behandlungsverlauf immer wieder auf.
1. Die 13 Feen
Das erste Bild erhielt sie während einer Meditation. Es ist das Bild des Dornröschens und sie selbst sieht sich als Dornröschen. Dornröschen erhält ja von den 12 "guten" Feen Geburtstagsgeschenke und Frau P. weiß sehr genau, was diese Geschenkpäckchen enthalten: Liebe, Kraft u. Stärke, Freiheit, Glück(lichsein), Harmonie u. Wärme, Vertrauen u. Mut, Schönheit, Reichtum, Sicherheit u. Geborgenheit, Gesundheit, Freude u. Lachen u. Leben, Licht und Frieden. Sie verstand, daß diese Geschenke ihre Geburtsrechte sind, sie war jedoch nicht in der Lage, ihre Geschenke auch anzunehmen, geschweige denn sie zu öffnen und sich ihren Inhalt einzuverleiben. Die Päckchen durften anfangs nur vor ihr abgestellt werden. Auch die 13. "böse" Fee war aufgetaucht und hatte Zerstörung, Zorn und Krankheit mitgebracht. Dieser 13. Fee fühlte Frau P. sich hilflos ausgeliefert, die konnte sie "einfach nicht loswerden".
Es gelang ihr dann mit meiner Unterstützung während des 3. Dodeka-Balancings am 30.12.2006 die 13. Fee zu verabschieden, indem sie sie segnete und sich mit ihr und dem, was sie repräsentierte, aussöhnte. Hierzu erhielt sie die Kraft, als sie die anderen 12 mit ihren Geschenken um sich herum versammelte. Die 13. ging auch ganz freiwillig, als sie sich angenommen fühlte. Die anderen 12 blieben. Frau P. ging gestärkt aus dieser Behandlung nach Hause, war stolz auf ihre wertvollen Geschenke, kann bis heute jedoch nur einige davon annehmen, hat erst ein kleines Bewußtsein für diese Werte, die ja die ihrigen sind. Manchmal kann sie die bewußtgewordenen Qualitäten der angenommenen Geschenke sogar leben. Sie brauchte dabei anfangs sehr viel Unterstützung, sie wurde jedoch immer selbstsicherer und freier und damit immer unabhängiger von mir.
2. Der Herzensraum
Das 2. Bild ist ihr Raum in ihrem Herzen, den sie während des 2. Dodeka-Blancings fand und betrat. Dieser Raum ist ein Schloß, in dem sie ganz oben im Turm ein Zimmer ganz für sich alleine hat. Außer ihr wohnen dann später noch die 12 Feen in ihrem Schloß, also in ihrem Herzen. Dieses Schloß gestaltete sie im Verlauf der Behandlung, füllte es mit Licht und Wärme, ließ Lachen, Tanzen, Lebensfreude darin zu. Qualitäten, die sie wieder zu leben beginnt. Dieses Schloß enthält einen "Wellnessraum", in den sie sich zurückziehen kann, um aufzutanken, wenn sie sich überfordert hat und nicht mehr kann. Während ihrer regelmäßigen morgendlichen Meditationen geht sie immer in ihr Schloß. Das gibt ihr das Gefühl, geborgen und geschützt zu sein, insbesondere der "Wellnessraum" sorgt für Schutz und Geborgenheit. Diese Art, den Tag zu beginnen, stärkt sie für ihren Alltag. Ganz wichtig für sie ist, daß sie sich Freiräume geschaffen hat für diese Meditationen und auch für Rückzugsphasen, die ihr ebenfalls helfen, wieder "aufzuladen". Freiräume, die auch von ihrem Umfeld akzeptiert werden und in die sie sich darum auch ungestört zurückziehen kann.
Zum Jahresbeginn 2007 war eine deutlich sichtbare subjektive Besserung eingetreten.
Der objektive Befund blieb über einen langen Zeitraum unverändert. Erst im Februar 2009 war auch eine Heilung auf der körperlichen Ebene sichtbar, Kehlkopf und Speiseröhre sind nunmehr ohne Befund. Sie hatte sich im Februar 2009 so heftig verschluckt, daß es zu Blutungen gekommen war, die sie ihren HNO-Arzt aufsuchen ließen. Der stellte völlig gesunde Verhältnisse im Bereich von Kehlkopf und Speiseröhre fest.
Zwischen dem 3. Balancing Ende Dezember 2006 und dem 4. Balancing Mitte April 2007 kam es zu einem kräftigen grippalen Infekt mit Bronchitis, starken Gliederschmerzen, großer Unruhe und cystitisartigen Beschwerden samt Gefühl als "fiele die Scheide unten raus".Der Infekt wurde mit Rhus toxicodendron C30 homöopathisch behandelt und heilte ab. Danach hatte sie viel mehr Kraft und viel mehr Stimme. Nach dem 4. Balancing im April ging es ihr so gut, daß sie mich nur noch selten telefonisch konsultierte.
Anfang Juni 2007 rief sie mich an, es ginge ihr sehr gut und sie hätte jetzt für nach den Sommerferien einen Tanzkurs gebucht. Wunderbar!
Die Umwelt
Am nächsten Tag verunglückte ihr Sohn schwer, er fiel vom Baum und brach sich beide Arme mehrmals. Er mußte operiert werden und anschließend waren beide Arme eingegipst. Er war ein Rundumpflegefall für die Dauer der Knochenheilung.
Frau P. bewältigte die Situation, organisierte die notwendigen Dinge selbst (6 Monate zuvor war sie noch nicht einmal dazu in der Lage gewesen, einen Elternsprechtag in der Schule ihres Sohnes aufzusuchen), begleitete ihr Kind emotional und körperlich, zunächst in der Klinik und dann zu Hause.
Aber - die Stimme wurde schwächer und war Mitte August ganz weg. Die Bilder vom Unfall verfolgten sie, sie konnte nicht schlafen. Die telefonischen Konsultationen brachten keine durchgreifende Besserung für sie, auch die homöopathischen Arzneien linderten allenfalls. Sie spulte den alten Film des sich "Aufopferns" erneut ab. Für ein Dodeka-Balancing nahm sie sich erst Zeit als ihre Stimme wieder völlig versagte.
Zuvor, am 10.7.2007 hatte sie eine Fachärztin für Phoniatrie und Pädaudiologie konsultiert. Sie setzte sich selber unter Druck, weil es ihr "immer noch so schlecht ging" und sie deswegen nicht gut genug funktionierte. Fühlte sich zusätzlich von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt. "Da muß doch endlich was passieren". Die Ärztin stellte eine totale Verspannung im Nacken- und Kieferbereich, eine Verkrampfung des Kehlkopfs, total überreizte und geschwollene Stimmbänder fest. Sie bot ihr eine Sprachtherapie an. Die Patientin machte eine sprachtherapeutische Sitzung und brach dann die Sprachtherapie ab, weil sie sich noch mehr unter Druck gesetzt fühlte. Am 22.8.07 fand die 5. Behandlung unter dem Dodekaeder statt, kombiniert mit einer manuell-energetischen Behandlung und dem Tönen des Herzenstons. Die Stimme kehrte zurück.
Seit September 2007 geht sie immer regelmäßiger zum Tanzen, auch wenn es heftige Episoden inneren Widerstands gibt mit starken Verkrampfungen und Schmerzen Sie kann sich nun endlich etwas für sich selbst gestatten und findet sich sogar in die verschiedenen Gruppen tanzender Menschen ein.
Der Auslöser für die Migräne
Interessanterweise wird ihr im Dezember 2007 der Auslöser für die Migräne bewußt. Als es zu einem Schleudertrauma mit nachfolgender "Höllenmigräne" kommt, erinnert sie sich: "Mein Nacken fühlt sich so an wie damals mit 18 als ich den Fahrradunfall hatte, kurz nach dem Tod meiner Mutter". (Ihre Mutter war im Alter von 49 Jahren an Krebs gestorben.) Sie war damals von einem alkoholisierten Autofahrer angefahren worden, übers Auto geflogen. Mehrere Wirbel waren gestaucht, der untere Rücken war verknackst, sie konnte sich nicht mehr bewegen und war ohnmächtig geworden. Krankenhausaufenthalt. 2 Wochen später knallt ihr der Kofferraumdeckel des Autos auf den Nacken. Der Auslöser für die Migräne liegt auf dem Tisch, damals nahm der ewige Schmerz seinen Anfang.
Sie kann sich aussöhnen mit diesem Ereignis, kann darin sogar etwas Positives sehen. Das Kranksein und das ewige Leid haben sie dazu gebracht, ihre Qualitäten (die Geschenke der 12 Feen) kennenzulernen und sich selbst mehr zu bejahen. Sie erhält eine passende homöopathische Arznei Ruta LM 12 und die Migräne klingt ab.
Im Verlauf des Jahres 2008 kam es zu einigen Erkrankungen im Kehlkopf- und Bronchialbereich, die von uns energetisch begleitet wurden: 5 Balancings kombiniert mit dem Herzenston und Cranio-Sacraler Behandlung, weiteren homöopathischen Arzneien (Gelsemium, Silicea, Argentum nitricum), neuen inneren Bildern . Sie selber nahm diese Erkrankungen zum Anlaß, die Erfahrungen, die damit verbunden waren, genauer zu betrachten und die Hilfen darin für sich selbst wahrzunehmen und anzunehmen.
Die Migräne ist zurückgegangen, sie hat i.d.R. 100 % Stimme, sie geht unter Menschen, schließt neue Freundschaften, tanzt 3 - 4mal pro Woche, hat sich ihren Kindheitstraum erfüllt und lernt als Enddreißigerin bzw. mittlerweile Vierzigerin Ballett, tanzt sehr gut, hat den Tanz als eine ihre wichtigsten Ausdrucksformen entdeckt. Sie praktiziert Yoga . Es geht ihr gut, es sei denn, sie fällt wieder in ihr altes "Aufopferungsmuster" und überfordert sich damit emotional und körperlich. Sie lernt jedoch immer mehr, rechtzeitig die „Notbremse zu ziehen“, wenn sie dabei ist sich zu überfordern und je mehr sie das beachtet, umso besser geht es ihr. Ihr Gewicht ist angestiegen auf 50kg, sie erledigt ihre Arbeit als Hausfrau und Mutter, ist dabei ihren mittlerweile fast erwachsenen Sohn freizulassen, und sorgt für den Auslauf und vor allem für die Gesundheit ihres großen, alt gewordenen bewegungsfreudigen Hundes und nimmt sich immer mehr Zeit für sich selbst. Lernt ihre große künstlerische Begabung kennen und schätzen. Sorgt durch Ballett und ein gezieltes Krafttraining für einen Aufbau ihrer Muskulatur, eine Aufrichtung ihres Körpers und erlangt auch über diese körperliche Schiene eine Stabilität im Alltag.
Bei Beschwerden greift sie nicht mehr als erstes zur Arznei oder zum Telefon. Sie schaut zunächst selber, was los ist, welche Erfahrung sie gerade machen will und hilft sich selbst, was ihr sehr oft gelingt. Erst wenn sie noch einen "Kick" braucht, meldet sie sich. Das ist immer seltener der Fall.
Berenbach im Juni 2011